Megatrend Projektwirtschaft und Wissensarbeit

Die Zukunft aktiv mitgestalten.

Wie und warum verändert sich die Arbeitswelt?

Die Arbeitswelt verändert sich aktuell fundamental. Auf der einen Seite nimmt die Komplexität von Produkten und Dienstleistungen rasant zu, auf der anderen Seite explodiert in nahezu allen Bereichen das verfügbare Wissen und führt unweigerlich zu einer immer kürzeren Halbwertszeit und einer nahezu unendlichen Ausdifferenzierung des Fachwissens. Gleichzeitig steigt durch vernetzte und globalisierte Märkte der Wettbewerbsdruck kontinuierlich. Allesamt gute Gründe für Unternehmen flexible, projektwirtschaftliche Strukturen zu implementieren und sich damit diesen Herausforderungen zu stellen. Dieser Wandel führt auch dazu, dass Erwerbs- und Lebensmodelle neu definiert, Unternehmensgrenzen verflüssigt und die projektbasierte Organisation innerhalb und besonders zwischen Unternehmen zur neuen Normalität werden. Die stark arbeitsteilige, hochspezialisierte und sehr wissensbasierte Projektwirtschaft ist bereits Realität. In der Praxis kommen immer häufiger sogenannte Mixed-Teams, die aus internen Mitarbeitern und externen Spezialisten gebildet werden, zum Einsatz. Dabei ergänzen z.B. hochqualifizierte Freelancer bzw. freiwillig Solo-Selbstständige temporär die Kernbelegschaft deutscher Unternehmen und sichern damit wichtige Innovations- und Zukunftsprojekte.

Warum engagieren wir uns politisch?

Die deutsche Wirtschaft gewinnt durch diesen Veränderungsprozess mobile Wissensarbeiter, die den Unternehmen und öffentlichen Institutionen bzw. Behörden auch künftig die effiziente Durchführung von Projekten erlauben. Nur so bleiben Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erhalten. Damit profitieren Arbeitsmarkt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen von einem flexiblen Einsatz hochqualifizierter Fachkräfte. Es ist notwendig, dass die Politik gemeinsam und im Dialog mit freiwillig Selbstständigen und der Wirtschaft diesen Wandel aktiv gestaltet – und mehr noch – verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und letztlich Rechtssicherheit schafft.

Als Mitbegründer der Allianz für selbstständige Wissensarbeit (ADESW) e.V. leisten wir bei Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft daher wichtige Aufklärungsarbeit und liefern praxistaugliche Lösungsansätze mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu sichern.

Was ist die Allianz für selbständige Wissensarbeit?

Die Allianz für selbständige Wissensarbeit (ADESW) e.V. vereint führende Dienstleister für den projektbasierten Einsatz hochqualifizierter, selbständiger Wissensarbeiter sowie hierzu assoziierte Partner. Die Mitgliedsunternehmen beschäftigen intern mehr als 4.500 festangestellte Mitarbeiter. Der Branchenumsatz mit selbständigen Wissensarbeitern beträgt im Jahr 2015 mehr als 15 Mrd. Euro. 
Im Jahresdurchschnitt besetzen die ADESW-Mitglieder gemeinsam mehr als 20.000 Projekte bei über 5.000 Unternehmen mit selbstständigen Experten. Deutsche Firmen profitieren von diesen Experten, die mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten wesentlich zur Wertschöpfung dieser Unternehmen beitragen. Sie sind einer der zentralen Erfolgsfaktoren für den Standort Deutschland und die Innovationskraft unserer Wirtschaft.

Weiterführende Informationen zum ADESW e.V.: http://www.adesw.de/

Warum ist die Arbeit des ADESW so wichtig?

Unternehmen müssen flexibel auf den Markt und den zunehmenden Innovationsdruck reagieren können. Dazu gehört auch der Einsatz von hochqualifizierten Selbständigen. Doch deren Tätigkeit wird durch die aktuelle Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung, die der Entwicklung eines modernen und dynamischen Arbeitsmarktes nicht mehr gerecht wird, stark eingeschränkt. Die Arbeit der Selbständigen droht zudem durch die Regulierungswut des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) stark eingeschränkt zu werden. Das behindert unnötig die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Das BMAS hat sich auf Basis des Koalitionsvertrages von 2013 die Bekämpfung des Missbrauchs von Werkverträgen im Niedriglohnsektor auf die Fahnen geschrieben (Koalitionsvertrag CDU/CSU und SPD, 18. Legislaturperiode, Seite 49). Es gibt bestimmte Gruppen von Erwerbstätigen, meist in bestimmten Schwerpunkt-Branchen, welche unter dem Schlagwort „Missbrauch“ sicherlich zu Recht im Fokus des Gesetzgebers stehen. In einzelnen Fällen kann es sich um wirtschaftlich und persönlich Abhängige handeln, welche aus Sicht des Gesetzgebers tendenziell schutzbedürftig sind. Hier bedarf es zu Recht des Schutzes der gesetzlichen Sozialversicherung und des Arbeitsschutzrechts. Wenn diese Gruppe von Erwerbstätigen unter dem Deckmantel der vermeintlichen Selbstständigkeit über Scheinwerkverträge eingesetzt wird, so ist das mit dem Verständnis einer sozialen Marktwirtschaft unvereinbar. Leider unterscheidet die Bundesregierung hierbei jedoch nicht zwischen dieser Gruppe der tatsächlich Schutzbedürftigen und jenen hochqualifizierten Freelancern, die sich freiwillig für das Erwerbs- und Lebensmodell eines selbstständigen Unternehmers entschieden haben. Die Bundesregierung droht durch die Fehlausrichtung einer Arbeitsmarktregulierung Kollateralschäden in Branchen und Marktfeldern, wie z. B. der IT-, Digital- und Kreativwirtschaft aber auch bei Ingenieuren und Honorarärzten auszulösen, die ursprünglich überhaupt nicht angesprochen waren.

Zum 1. April 2017 ist nun das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) und anderer Gesetze in Kraft getreten. Auch wenn die konkreten Forderungen der ADESW, Partner-Verbände und vieler tausend aktiven Selbständigen nicht vollständig aufgegriffen wurden (wie z.B. unsere Forderung der Einführung von Positiv-Kriterien), so verdeutlicht das klare Bekenntnis des Bundestagsausschusses (BT Drucksache 18/10064) doch, dass das Gesetz nicht auf die Einschränkung von hochqualifizierten Experten und Beratern abzielt.

Das klare Bekenntnis des Gesetzgebers hat sich zwar nicht explizit im Gesetzestext niedergeschlagen, dennoch handelt es sich bei der Beschlussempfehlung um ein offizielles Dokument des Gesetzfindungsprozesses, welches in Zweifelsfällen - ähnlich einer Gesetzesbegründung - auch zur Interpretation des Gesetzes herangezogen werden kann.

Fazit: Durch die neue Rechtslage ändert sich unmittelbar nichts für Freiberufler bzw. Selbständige. Wie bisher auch, können Werk- und Dienstverträge vereinbart und erbracht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Verträge sachgerecht und regelkonform gestaltet und konsequent umgesetzt werden.

Auführliche Informationen zum Sachverhalt finden Sie auf der Website des ADESW e.V..

Was fordert der ADESW konkret?

  • Klares politisches Bekenntnis zur Förderung und rechtssicheren Tätigkeit selbständiger Experten als maßgeblichen Innovationstreibern der deutschen Wirtschaft.

 

  • Stärkung der Rechtsstaatlichkeit durch transparente, schnelle und nachvollziehbare Prozesse und Verfahren bei den zuständigen Behörden (z.B. Deutsche Rentenversicherung), sowie effektive Rechtsbehelfs- und Schlichtungsmechanismen.

 

  • Auftraggeber und Auftragnehmer brauchen Rechtssicherheit: Haftungsrisiken und Strafbarkeit müssen angesichts unklarer gesetzlicher Regelungen eingegrenzt werden, zum Beispiel durch Beibehalten der Arbeitnehmer-Überlassungsgenehmigung.

 

  • Einen Positivkriterienkatalog, der auch juristischen Laien bereits bei Vertragsschluss die Einordnung und Unterscheidung zwischen Festanstellung und Selbstständigkeit ermöglicht. Wer gut und fair bezahlt wird und für sein Alter vorsorgt, ist nicht schutzbedürftig!

 

Das Positionspapier der Allianz für selbständige Wissensarbeit (ADESW) e.V. zum Download:
Positionspapier

Unsere aktuelle Kampagne "Experten-Arbeit-stärken"

Im Rahmen der Kampagne „Experten-Arbeit-Stärken“ fordert der ADESW e.V. endlich Rechts- und Planungssicherheit für selbstständige Experten. Wie genau auch Sie den ADESW e.V. dabei unterstützen können lesen Sie hier: www.experten-arbeit-stärken.de

Unsere erste, erfolgreiche Kampagne "Experten-Arbeit-retten"

Noch während der bundesweiten Kampagne „Experten-Arbeit-retten“ legte das SPD-geführte Arbeitsministerium einen überarbeiteten Entwurf des Gesetzes zur Regulierung der Zeit- und Werkverträge vor. Darin wird eine zentrale Forderung im Grundsatz erfüllt: Der Katalog mit praxisfremden und undurchführbaren Negativkriterien ist Geschichte. Selbständige Experten dürfen auch in Zukunft in deutschen Unternehmen arbeiten!

Zuvor waren im Rahmen der Kampagne in nur drei Tagen exakt 119.245 persönliche Protest-Mails von Betroffenen an die Mitglieder des Bundestags geschickt worden, dazu tausende Briefe. Erstmals hatten sich selbständige Experten aus allen Bereichen – unter Führung einer Allianz der wichtigsten Personaldienstleister (ADESW) – zum Protest vereint. Und haben so der Politik eindrucksvoll gezeigt: Ihr könnt nicht einfach über die Köpfe der Experten hinweg entscheiden. „Die ADESW und die mit uns kooperierenden Verbände haben ein Jahr lang harte Überzeugungsarbeit geleistet und über den unglaublichen Erfolg der Kampagne Experten-Arbeit-retten ein wichtiges Etappenziel erreicht!“, sagt Carlos Frischmuth, Sprecher der Allianz.

Hier finden Sie eine übersichtliche Aufstellung der unterschiedlichen Gesetzesentwürfe seit 2013.

Hier finden Sie die Einschätzung des ADESW e.V. zur aktuellen Situation seit dem 1. April 2017.

  • Projektaufträge im Wert von 45.004.128 EUR zu vergeben +++
  • 10.601 aktuell verfügbare Freelancer +++
  • 194 offene Projektangebote +++